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Weiterführende Informationen zum Thema Autismus

Der Begriff Autismus umfasst eine Gruppe von Entwicklungsstörungen des Gehirns. Der Oberbegriff lautet Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Die Bezeichnung „Spektrum“ bezieht sich auf den großen Umfang an Symptomen, Fähigkeiten und das Niveau der Beeinträchtigung oder Ausprägung.

Diagnose

Autismus-Spektrum-Störungen sind „Tiefgreifende Entwicklungsstörungen“, die, in den aktuell in Deutschland noch geltenden Diagnosekriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der ICD 10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems), unter F84 als medizinische Diagnosen definiert werden.

Es wird derzeit noch unterschieden zwischen: 

  • „Frühkindlicher Autismus“ (F84.0) 
  • „Asperger-Syndrom“ (F84.5)
  • „Atypischer Autismus“ (F84.1)

Die Unterscheidung fällt in der Praxis jedoch immer schwerer, wodurch immer häufiger der Begriff der „Autismus-Spektrum-Störung“ als Oberbegriff für das gesamte Spektrum autistischer Störungen verwendet wird.

Merkmale

Menschen mit Autismus zeigen Besonderheiten:

  • im Verhalten,
  • im Umgang und in der Kommunikation mit Mitmenschen,
  • in der Wahrnehmung und der Verarbeitung von Umwelt- und Sinneseindrücken.

Menschen aus dem Autismusspektrum haben große Schwierigkeiten, sich in unserer komplexen, dinglichen und sozialen Welt zurecht zu finden, Kontakt aufzunehmen und ihr Verhalten entsprechend zu gestalten. Charakteristisch für viele Menschen aus dem Autismussprektrum ist die Tendenz, die Situation nicht als Ganzes, in allen Zusammenhängen zu erfassen, sondern sich an für die Situation bedeutsamen Merkmalen zu orientieren. Generelle Handlungsschemata und Konzepte von der Umwelt können daher nur eingeschränkt entwickelt werden.

Menschen mit Autismus bleiben oft in konkreten Situationen und Beispielen verhaftet. Dies führt insbesondere in neuen Situationen zu Verunsicherungen, Ängsten und Rückzugstendenzen. Im Alltag sind häufig Unbeholfenheit und Unselbstständigkeit zu beobachten. So bedürfen autistische Menschen in fast allen Lebenssituationen und Lebensphasen einer Begleitung und Unterstützung, sowie individuell gestalteter Bedingungen.

Entscheidend ist, die Welt für Menschen mit Autismus verstehbar zu gestalten. Autismus kann als eigenständige Kultur verstanden werden, die einer Verdolmetschung bedarf, um von der sozialen Umwelt verstanden und akzeptiert zu werden.

Viele qualitative Beeinträchtigungen von Menschen aus dem Autismusspektrum, wie etwa ihre Stereotypien, dürfen nicht als abnormales Verhalten interpretiert werden, sondern sollten in ihrer sinnvollen und lebensnotwendigen Funktion für den Menschen bewertet werden. So dienen diese unter anderem der individuellen Alltagsbewältigung.

Prognose

Die Merkmale ändern sich mit zunehmendem Alter, bleiben jedoch grundlegend bestehen. Sie sind in ihrer Zusammensetzung und ihrem Ausprägungsgrad von Person zu Person verschieden. Autismusbedingte Beeinträchtigungen können zwar häufig gebessert oder kompensiert, aber nicht geheilt werden. Die meisten Menschen mit Autismus benötigen aufgrund der umfassenden Beeinträchtigungen eine lebenslange Hilfe und Unterstützung, deren Grad wiederum sehr unterschiedlich sein kann.

Häufigkeit & Entstehung

Zur Häufigkeit von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) liegen keine genauen Zahlen, die sich nur auf Deutschland beziehen, vor. Es wird angenommen, dass die Prävalenz von ASS bei rund 1% Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt.

Trotz umfangreicher Forschungsergebnisse hat sich bislang noch kein umfassendes Erklärungsmodell herausgebildet, das vollständig und schlüssig die Entstehungsursachen von Autismus belegen kann. So unterschiedlich sich die ursächlichen Faktoren bisher darstellen, so vielfältig und jeweils an den Bedürfnissen des Einzelnen ausgerichtet sind auch die pädagogischen und therapeutischen Ansätze.

Quelle: autismus Deutschland e.V.